Wer war Ri Meuser von Eschmar?
Eine Geschichte aus der Sicht ihres Sohnes Tommy
Ich bin Tommy, der Sohn von Ri Meuser von Eschmar. Für viele war meine Mutter eine außergewöhnliche Künstlerin – für mich war sie zugleich eine Frau voller Leidenschaft, Mut und Fantasie, die ihr Leben der Kunst verschrieben hat.
Geboren in Darmstadt, studierte sie zunächst Bühnenbild und später Kunst in Aachen. Ihr Weg führte sie noch weiter – bis in die USA und die Schweiz, wo sie Philosophie studierte. Doch ihre eigentliche Heimat wurde für viele Jahre Troisdorf, wo sie 1964 mit meinem Vater, meinem Bruder und mir hinzog.
Die ersten Jahre waren nicht leicht. Ich erinnere mich noch lebhaft an Diskussionen am Küchentisch: „Kaufen wir Kartoffeln, Socken – oder doch lieber Leinwände und Farben?“ Oft reichte das Geld nicht für alles. Aber meine Mutter ließ sich nicht aufhalten. Sie ging sogar auf das Deponiegelände der Troisdorfer Firma Dynamit Nobel AG, um nach für sie verwertbaren Materialien zu suchen. Dadurch entstand die Geschichte ihrer einzigartigen Technik, des Mono Sgraffito – einer Arbeitsweise, bei der sie Schicht für Schicht Pigmente, Goldstaub und Farben auftrug, wieder abtrug und neu gestaltete, bis daraus Bilder von unglaublicher Leuchtkraft und Transparenz entstanden.
Besonders fasziniert hat mich immer ihre Signatur. Sie war mehr als ein Name – sie war ein Symbol, das sie durch ihre Reisen entwickelte:
- die Harfe des Apoll,
- das innere Auge, das spürt, wenn etwas nicht stimmt,
- und das ewige Licht mit den drei Kerzen.
Ihre Bilder waren nie einfach nur schön. Sie waren voller Symbole, Märchenwesen und Botschaften. Der Fisch tauchte immer wieder auf, als Symbol für Reinheit und Unsterblichkeit. Das Gold stand für Pracht und Leben. Und überall spürte man ihren Glauben daran, dass Natur, Mensch und Fantasie untrennbar miteinander verbunden sind.
Schon Ende der 60er Jahre organisierte sie die erste Kunstausstellung der Stadt – in einer Grundschule. Aus diesem kleinen Funken wurde eine Flamme, die bald Kunstinteressierte Kölner, und Bonner nach Troisdorf lockte. Ihre Werke wurden über 350 Mal ausgestellt, unter anderem im Kunstmuseum Bonn, in der Harrods Gallery London, der Galleria del Arte Florenz und in der Gallery Müller-Zilch in San Francisco.
Doch sie war nicht nur Künstlerin, sondern auch Lehrerin und Mentorin. Mit der Troisdorfer Malschule, die sie in unserem Haus gründete, gab sie Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen den Mut, selbst kreativ zu werden. Für sie war Kunst keine elitäre Angelegenheit – sondern ein Tor zur Freiheit. Die Welt war ihr Atelier.
Sie reiste nach Peru, Bolivien, Brasilien, Indien, China, Afghanistan, in die Mongolei und noch weiter. Sie ging hochseefischen in Grönland, wo auch ihre ersten Space Art Gemälde entstanden – inspiriert von der unendlichen Weite des Himmels und der klaren nordischen Lichter. Sie nahm an Ausgrabungen etruskischer Gräber teil und lebte sogar zeitweise mit Schamanen an der US-Westküste, um deren Naturverständnis zu studieren. Alles, was sie erlebte, floss zurück in ihre Bilder – als Farben, Formen, Symbole und Geschichten.
Für all das wurde sie vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit der Rubens-Medaille, der Dr. Siebenpfeiffer-Medaille, dem Goldenen Oskar in Frankreich, dem Ordre International des Chevaliers de L’Etoile de la Paix und vielen weiteren Ehrungen.
Heute, viele Jahre später, sehe ich ihre Kunst nicht nur als Bilder – sondern als ein Vermächtnis. Sie hat mir gezeigt, dass man auch in Zeiten der Entbehrung seinen Traum leben kann, wenn man mutig und erfinderisch ist.Mit diesem Online-Shop möchte ich dafür sorgen, dass ihr Lebenswerk nicht vergessen wird. Jedes Bild erzählt eine Geschichte, jede Linie trägt eine Botschaft, und jede Schicht ihrer Bilder leuchtet bis heute.
Meine Mutter war – und bleibt – Prof. Ri Meuser von Eschmar: Künstlerin, Visionärin und Märchenerzählerin mit Farben.